Ujah und sein geheimer Werderplan

Anthony Ujah, 24 Jahre alt, ein cooler Typ und der Selke-Ersatz in Bremen. Für vier Jahre hat er unterschrieben – eine erschwingliche Ausstiegsklausel soll´s möglich gemacht haben. Was viele aber nicht wissen: Anthony hatte einen Plan. Einen Plan, der ihm den Wechsel an die Weser ermöglichen sollte. Nicht ganz sattelfest, aber er hat immer daran geglaubt, dass dieser Plan aufgehen könnte – ist er ja schlussendlich auch. Well played, Anthony. Aber ihr fragt euch nun sicher, was der Lausbub ausgeheckt haben könnte. Verständlich. Ich möchte euch auch nicht länger im Unklaren lassen.

Ich erfuhr Dinge, die selbst der Bild bis heute verborgen geblieben sind – und das ohne je mit einer Leiche gesprochen zu haben. Wahnsinn, geiler Typ. Kurz selbst auf die Schulter klopfen und weiter geht´s. Ein alter Schulfreund Ujahs aus seinem Geburtsort Ugbokolo erzählte mir von Ujahs Plänen. Ich war gerade auf einer Geschäftsreise in Nigeria, daher dieser Zufall. Auch wenn der Mann, dessen Namen ich nicht nennen darf, derzeit aufgrund organisierten Wettbetrugs inhaftiert ist, gilt er in seinem Umfeld als sehr vertrauenswürdig, wenn auch etwas umtriebig. Ich gebe zu, zunächst war ich noch etwas skeptisch. Aber wer sollte mir die Seriosität dieser Quelle bestätigen können? Es konnte nur einen geben: Ante Sapina. Wer sonst hätte je mit ihm in Kontakt treten sollen, außer mir natürlich. Nun denn, da Sapina seine endgültige Gefängnisstrafe erst im Sommer diesen Jahres antreten muss, hatte ich noch die Gelegenheit persönlich mit ihm zu reden. Glaubhaft versicherte er mir, dass Ujahs Schulkamerad stets die richtigen Tendenzen der geschobenen Spiele verkaufte. Für besondere „Kunden/Freunde“, wie es Sapina war, konnte er sogar ganze Endergebnisse liefern – mit einer Trefferrate von 100 Prozent. Es war also sofort klar, dieser Mann würde die Wahrheit sagen. Ein Schelm, wer jetzt noch Böses denkt.

Es war folgendermaßen: Erinnert ihr euch noch an den 24.10.2014? Nicht so gerne? Kann ich verstehen. Es war einer dieser lieb- und leistungslosen Auftritte unter Dutt. Allerdings der letzte dieser Art. Anthony Ujah hatte seinen Anteil daran. Er sorgte mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg der Kölner für Dutts Entlassung und die Rehabilitation Werders. Beide Dinge waren absolut in seinem Sinne. Ujah war bereits als Kind großer Werder-Fan und schlief auch schon in Werder-Bettwäsche – handgefertigt von deutschen Billigarbeitern aus Hamburg. Ujahs großer Traum: Ein Mal selbst auf Torejagd für den großen und ruhmreichen SVW zu gehen. Er hatte bereits von ersten Liebesbekundungen aus Bremen gehört. Einzig Dutt schien nicht überzeugt von Ujah. Anthony musste also handeln und dafür sorgen, dass Bremen Dutt entlässt. Im Spiel gegen Werder bot sich dann die große Chance. Das Problem: Stöger berief ihn nicht in seine Startelf. Vielleicht hatte er Verdacht geschöpft, dass Ujah vorspielen wolle und die Geißböcke verlassen könne. Man weiß es nicht. Stöger wusste allerdings auch, dass er den Publikumsliebling nicht gänzlich auf der Bank lassen konnte und Ujah wusste wiederum, dass er auf dem Platz nicht viel Zeit haben würde, alles in die richtigen Bahnen zu lenken. So kam es wie es kommen musste. Ujah wurde eingewechselt und erzielte nur 66 Sekunden später das 1:0. Dutt in Bremen war passé und der Weg für Ujah ein bisschen freier.

Dieser wusste nämlich bereits vor dem Spiel, dass bei einer Dutt-Entlassung Skripnik übernehmen würde. Zufällig trafen sie sich mal an einer Raststätte auf der A1 von Köln Richtung Bremen. Skripnik erkannte Ujah sofort, ging auf ihn zu und soll gesagt haben: „Hi Anthony, du bist gute Junge. Wenn Dutt weg, ich da. Wenn Bremen suche neue Stürmer, ich holen dich.“ Ujah wusste, was zu tun war. Er musste dafür sorgen, dass Bremen zusätzlich zu Dutt auch einen Stürmer abgibt. Ihm fiel gleich Selke ein. Die beiden sind schon lange befreundet. Gelegentlich treffen sie sich bei Davie und daddeln online als weniger erfolgreiches 2on2-Team unter dem Namen SelkujahOriginal2k15. Ujah fiel bereits beim ersten Treffen der große Red Bull-Verschleiß von Davie auf. Als dieser ihm gestand, fast süchtig nach dieser Energy-Pampe zu sein, bastelte er weiter an seinem Werder-Plan. Er setzte sich mit Verantwortlichen von Red Bull in Verbindung und pries ihnen einen der talentiertesten deutschen Nachwuchsstürmer an – mit einer Schwäche für den Energiesaft. Die Bullen witterten ihre Chance. Sie wussten: Kein Fußballer mit dem Talent-Status eines Davie Selke ist so Red Bull-addicted. Mit einer Red Bull-Flat auf Lebenszeit und einem unverschämt hohen Gehalt für so einen jungen Spieler, überzeugten sie Davie schnell vom „sportlichen“ Gesamtkonzept – ohne je über den Sport geredet zu haben.

Bis heute hat Ujah die wichtigsten Steine aus dem Weg geräumt. Sein Traum ist offiziell wahr geworden. Ujah wird ab der kommenden Saison für Grün-Weiß auflaufen. Agiert er im Bremer Sturm genau so präzise wie bei der Umsetzung seines raffinierten Plans, haben wir nächste Saison viel Freude an ihm. Ich glaube dran.

Advertisements

2 Kommentare zu “Ujah und sein geheimer Werderplan”

  1. Hahahahaha… Geile Story!

    Aber mal im Ernst: Was wollt ihr mit Ujah? So wirklich gut Fussball spielen kann der ja nicht. Er ist technisch schon sehr limitiert. Das einzige was er kann: Mit dem Kopf ablegen UND kämpfen wie ein Schwein.

    Ich sage euch schon jetzt voraus, dass er die 10 Tore in Bremen nächste Saison nicht erreichen wird.

    Gruß aus Kölle

    Gefällt mir

    1. Ich bin mir bei meiner finalen Einschätzung noch nicht ganz sicher. Halte Ujah insgesamt für einen guten, bulligen Stürmer, der als Stürmer Nr. 2 in einem 2-Mann-Sturm (Werder spielt ja mit zwei Spitzen) gut funktionieren kann. Glaube, dass er mit guten Zulieferern, die er mit Junuzovic, Öztunali, Yildirim oder Hajrovic und vielleicht noch Schmid (wenn er denn kommt) hätte, auch seine 8-12 Tore macht. Das wäre schon genug. Wichtig wäre nur, dass Di Santo bleibt oder, im Falle eines Abgangs, ein stärkerer Stürmer kommt. Hinzu kommt der Konkurrenzkampf im Kader, der Spieler auch beflügeln kann. Viele Fans, die beispielsweise nicht so tiefe Einblicke in den Verein haben, können noch nicht so viel mit Lorenzen anfangen. Wenn es seine Gesundheit zulässt, ist er eine hochtalentierte Waffe, die noch für Aufsehen sorgen wird. Ujah kommt also nicht drumherum in jedem Training alles zu geben. Dazu können auch Bartels und Hajrovic den zweiten Stürmerpart als hängende Spitze übernehmen. Er wird sich in Bremen also von Anfang an zeigen müssen. Meiner Meinung nach sind das Dinge, die einen jungen Profi wie Ujah dazu bringen, sich reinzuhängen und weiterentwickeln zu wollen. Er zeigt doch schon, dass er die Klasse zu einem echten Bundesligastürmer hat. Ich traue ihm noch einen Qualitätssprung zu. Ein Restrisiko bleibt immer, aber ohne in Richtung Köln zu schießen, war euer System beispielsweise sehr defensiv. Klar, in den Offensivaktionen war es oft auf Ujah ausgerichtet, aber es ist nicht einfach als Stürmer in Köln zweistellig zu treffen. Daher finde ich den Wechsel aufgrund des Selke-Verkaufs okay. Ob der Preis gerechtfertigt ist, darüber kann man streiten.

      LG

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s